Dennoch ist der Wohnungsleerstand in den letzten Jahren zunehmend in den Fokus der Aufmerksamkeit gerückt. Die Leerstandsquote ist eine wichtige Messgröße sowohl für die angemessene Versorgung der Bevölkerung mit Wohnungen als auch die Marktgängigkeit von Wohnungen. Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung schlagen deshalb eine systematische Kategorisierung des Wohnungsleerstandes vor. In Deutschland standen laut Gebäude- und Wohnungszählung am 9. Mai 2011 insgesamt 1.720.083 Wohneinheiten leer. Das entspricht einer Leerstandsquote von 4,4 Prozent. Doch was sagt diese Zahl aus? Ist ein Leerstand von sechs Prozent als moderat, problematisch oder gar schon krisenhaft zu bewerten? Das kommt darauf an, wer danach fragt. Für Wohnungssuchende habe der Leerstand eine andere Bedeutung als für Eigentümer oder Immobilien- und Wohnungsunternehmen, sagt der Stadtsoziologe Professor Dieter Rink. Die Wissenschaftler haben eine Kategorisierung in sieben Klassen entwickelt. Sie reichen von „sehr niedrig“ (unter 2 Prozent) bis „extrem“ (über 15 Prozent). Als „angemessen“ wird Leerstand in der Spanne von 3 bis 5 Prozent betrachtet. Diese Leerstandsquoten werden im konkreten Fall weiter spezifiziert. Erwartungsgemäß zeigte sich eine große Varianz innerhalb der Bundesrepublik, die ein Beleg für die divergierende Entwicklung des deutschen Wohnungsmarktes sei. Leerstand und Knappheit existieren räumlich und zeitlich nebeneinander.










